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Wer bin Ich?
…essentiell ist auf dem spirituellen Weg die Ergründung der großen Frage. Die Antwort auf diese Frage aller Fragen lässt sich nicht in Worten Zusammenfassen, da es um eine individuelle und intuitive Erkenntnis geht, nicht um ein intellektuelles Erfasen.
Das erklärte Ziel des Yoga wird oft als “Selbstverwirklichung” bezeichnet, im Vedanta ist es oft der Begriff des “Erkennens des wahren Selbst” der als Ziel angegeben wird. Letztlich heißt es im Yoga und Vedanta, dass dieses Selbst alles ist und es jenseits von allem zu suchen ist. Aber ich halte es für sehr wichtig sich mit verschiedenen Ideen bezüglich des Selbst-Verständnisses und Selbst-Bewusstseins zu befassen um anhand dessen Atma Viccharana – die Selbst-Erforschung zu betreiben. Im Sanskrit wird immer das Wort Atman verwendet, welches man wie folgt übersetzen kann:
“Lebenshauch, Odem, Atem, Seele, Selbst, die eigene Person, Wesen, Natur, Eigentümlichkeit, Allseele, Weltseele.”
Oft findet man die Übersetzung Seele oder Atem, was aber beides irreführend ist, da mit Atman mehr (oder weniger) gemeint ist. Ethymologisch hängt allerdings “Atman” mit dem deutschen “Atem”, dem lateinischen “Aenima” und dem griechischen “Asthma” zusammen. Der Begriff hat sich allerdings historisch immer weiter herauskristallisiert zu dem was in diesem Artikel Thema ist: Das Selbst.
Ich möchte im folgenden einfach Zitate dazu auflisten, den Aussagen der Meister ist nichts hinzuzufügen.
Swami Sivananda:
“Die Quelle allen Lebens, die Quelle allen Wissens ist der Atman, Dein innerstes Selbst. Dieser Atman, die höchste Seele, ist transzendent, unausdrückbar, unableitbar, undenkbar, unbeschreiblich, immer friedvoll, allwonnevoll. Es gibt keinen Unterschied zwischen Atman und Wonne. Atman ist Wonne selbst. Gott, Vollkommenheit, Frieden, Unsterblichkeit und Wonne sind eins. Das Ziel des Lebens ist es, Vollkommenheit, Unsterblichkeit, Gott zu erreichen. Je näher man der Wahrheit kommt, desto glücklicher wird man. Denn die eigentliche Natur der Wahrheit ist tatsächliche absolute Wonne.”
Ramana Maharshi:
“Es gibt kein Ziel zu erreichen, nichts, was erlangt werden muß. Sie sind das Selbst. Sie existieren immer. Über das Selbst kann nicht mehr ausgesagt werden als: es existiert. Gott oder das Selbst zu sehen ist nur, Sie selbst zu sein.”
Nisargadatta Maharaj:
“Auf immer und ewig können Sie woanders nach Wahrheit, Liebe, Intelligenz und Wohlwollen suchen, Gott und die Menschen anflehen – alles umsonst. Sie müssen bei sich selbst anfangen, mit sich selbst, das ist das unumgängliche Gesetz. Sie können nicht das Spiegelbild ändern, ohne Ihr Gesicht zu ändern. Realisieren Sie zuerst, dass die Welt nur eine Reflexion Ihrer selbst ist, und hören Sie auf, nach Fehlern an der Reflexion zu suchen.”
Ramakrishna Paramahansa
“Wenn man sich selbst tief analysiert, findet man nicht so eine Sache wie ein Ich. Nimm als Beispiel eine Zwiebel. Zuerst schält man die äußere rote Schale, dann findet man weiße dicke innere Schalen. Schäle diese nacheinander und du findest nichts im Innern. Das entspricht dem Zustand in dem Mensch nicht mehr die Existenz seines Egos fühlt. Und wer ist dann überhaupt noch da, um dieses zu suchen? Wer könnte beschreiben, wie man in diesem Zustand die Natur Brahmans in eigenen reinen Bewusstsein spürt?”
Swami Vivekananda
“Du bist Gott und ich bin Gott. Wer gehorcht wem? Wer verehrt wen? Du bist der höchste Tempel Gottes. Ich sollte eher dich verehren als irgendeinen Tempel, ein Bild oder ein Buch.”
Mooji
“Die beste Lehre ist die, welche dich an das erinnert, was du bereits weisst, aber wieder vergessen hast. Es geht nicht darum, das was in meinem Kopf ist, in Deinen Kopf hinein zu stopfen. Es geht darum, dich an dein eigenes Wissen zu erinnern.”
HWL Poonja “Papaji”
“Wer ist der stille Zeuge sämtlicher physischen, sinnlichen und intellektuellen Erfahrungen? Dieser Zeuge ist nicht involviert, er ist lediglich ein Beobachter. Unberührt aufmerksames Beobachten ist reines Sein, dein herzallerliebstes Selbst, der Ursprung aller Schöpfung. Nichts Geringeres als DAS bist du!”
Eckhart Tolle
“Wenn du damit leben kannst, nicht zu wissen, wer du bist, dann bist du das, was übrig bleibt – das Sein hinter dem Menschsein, ein Feld purer Möglichkeiten anstelle von etwas, das schon definiert ist. Gib es auf, dich zu definieren, dir selbst und anderen gegenüber.”
Paramahansa Yogananda
„Reformiere dich selbst und du wirst tausende um dich herum reformieren.“
Adi Shankaracharya
“Du bist das Selbst, das unbegrenzte Sein, unveränderliches Bewusstsein, was alles durchdringt. Deine Natur ist Glückseligkeit und dein Ruhm ist ohne Makel. Weil du dich selbst mit dem Ich identifizierst, bist du zu Geburt und Tod gezwungen. Deine Fesseln haben keine andere Ursache.”
Sri Aurobindo
“Aufzuhören, sich selbst mit dem Körper zu identifizieren und sich selbst von dem Körperbewusstsein zu trennen, ist ein anerkannter und notwendiger Schritt hin zu spiritueller Befreiung sowie hin zu spiritueller Vollendung und Herrschaft über die Natur.
Osho Bhagvan
“Das Problem ist, dass du etwas suchst, was du schon hast. Nun, wie kannst du es finden? Du bist zu sehr mit der Suche beschäftigt, und du kannst das Ding nicht sehen, das du schon hast. Solange alles Suchen nicht aufhört, bist du nicht in der Lage, es zu sehen. Das Suchen trägt deinen Verstand irgendwo in die Zukunft, und das Ding, das du suchst ist schon hier, jetzt, in diesem Moment. Das, was du suchst ist im Sucher selbst versteckt. Der Sucher ist das Gesuchte.”
Mahatma Gandhi
“Alles steht zum besten mit dir, auch wenn schier alles zu mißlingen scheint, solange du nur mit dir selber im reinen bist. Umgekehrt stimmt nichts mit dir, selbst wenn es äußerlich gut zu gehen scheint, solange du nicht mit dir selber im reinen bist.”
Jiddu Krishnamurti
“Jenseits aller Dinge und frei von allem Kampf gibt es einen Strom, der keinen Anfang und kein Ende hat; eine unbegrenzte Bewegung, die der Verstand niemals einfangen kann.”
Desweiteren noch einige Zitate aus klassischen indischen Texten:
Manu Smriti
“Durch tiefe Meditation lass ihn die feine Natur der höchsten Seele erkennen (1), und ihre Gegenwart in allen Organismen, in den höchsten und in den niedrigsten.”
Bhagavad Gita
“Das Selbst wurde nicht geboren und stirbt auch niemals; nachdem Es gewesen ist, hört Es wiederum nicht auf zu sein; da Es ungeboren, ewig, unveränderlich und uralt ist, wird Es nicht getötet, wenn der Körper getötet wird”
Aparoksha Anubhuti
“Da ich stets das Eine, Subtile, der Kenner, der Zeuge, das immer Existierende und Unbewegliche bin, kann es keinerlei Zweifel daran geben, dass ich DAS (Brahman) bin. So sollte Selbsterforschung betrieben werden.”
Avadhut Gita
“Du bist die absolute Realität. Zweifle nicht daran! Das Selbst ist nichts, das man durch den Geist erkennt. Das Selbst ist allein das, was erkennt. Wie könntest du dann glauben, das Selbst zu erkennen?”
Atma Bodha
“Man muss erkennen, dass der Atman immer wie der König ist, verschieden vom Körper, den Sinnen, dem Geist und dem Intellekt, die alle die Materie ausmachen. Der Atman ist der Zeuge ihrer Funktionen.”
Kena Upanishad
“Wenn du denkst du kennst dein Selbst, kennst du es nicht.”
Isha Upanishad
“Das Selbst ist überall. Hell ist das Selbst, Unsichtbar, unberührbar durch Sünde, weise, Immanent und transzendent. Es ist es, das den Kosmos zusammenhält.”
Brihadaranyaka Upanishad
“Wahrlich, das Selbst (Atman) ist das, was gesehen und gehört werden sollte. Über dieses Selbst sollte reflektiert und meditiert werden. Wenn jemand dieses Selbst sieht, hört und darüber reflektiert sowie meditiert – dann ist dies alles bekannt.“
Svetasvatara Upanishad
“Das Selbst, in den tiefsten Tiefen des Bewusstseins, Nimmt ihn durch Wahrheit und Meditation wahr. Das Selbst ist in den Herzen aller verborgen, Genauso wie Butter verborgen ist in der Milch. Erkenne Das Selbst in den Tiefen der Meditation – Der Herr der Liebe, die höchste Wirklichkeit, Was das Ziel aller Erkenntnis ist.”
Abschliessend noch ein Zitat von mir:
“Nichts von dem was du wahrnehmen kannst, kannst du selbst sein!”


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