- Die (Raja) Yoga Sutras. Eine Einführung in den uralten Text
- Yoga Sutras 1.1-4 Was ist Yoga?
- Yoga Sutras 1. 5-11 Arten der Geistesregungen
- Yoga Sutras 1.12-16 Anstrengung und Losgelöstheit
- Yoga Sutras 1.17-18 Arten von Überbewusstsein
- Yoga Sutras 1.19-22 Arten von Yogis
- Yoga Sutras 1. 23-26 Hingabe an Gott
- Yoga Sutras 1.27-29 Der Urlaut Om
- Yoga Sutras 1.30-32 Hindernisse und die Lösung
- Yoga Sutras 1.33 innere Einstellung gegenüber Anderen
- Yoga Sutras 1.34-39 Techniken zur Sammlung
- Yoga Sutras 1.40-41 Geistige Macht & Klarheit
- Yoga Sutras 1.42-46 Samadhi und Prakriti
- Yoga Sutras 1.47- 51 höhere Samadhi-Zustände
- Yoga Sutras 2.1-2 Kriya Yoga als Orientierung auf dem Weg
- Yoga Sutras 2.3-9 Die Arten des Leidens
- Yoga Sutras 2.10-11 Involution und Meditation
- Yoga Sutras 2.12-14 Das leidvolle Wirken des Karma
- Yoga Sutras 2.15-17 Sich vom Leiden lösen
- Yoga Sutras 2.18-20 Die Wirkkräfte und das wahre Selbst
- Yoga Sutras 2.21-24 Über das Wandelbare und Identifikation
- Yoga Sutras 2.25-26 Unterscheidungskraft befreit von Unwissenheit
- Yoga Sutras 2.27-29 Einleitung zum Ashtanga- 8 Glieder des Yoga
- Yoga Sutras 2.30-34 Hinführung zu den Yamas und Niyamas
- Yoga Sutras 2.35-39 Die Yamas – Umgang mit Anderen
- Yoga Sutras 2.40-45 Niyamas – Mit sich selbst leben
- Yoga Sutras 2.46-48 Meisterung der Körperhaltung
- Ashtanga- Die 8 Glieder des Raja Yoga
- Satsang Talk- Leiden und die Ursachen des Leidens
- Satsang Talk- über die Balance von Sein und Werden
- Sivananda (Raja-) Yoga Sadhana Sutras
- Yamas und Niyamas- Ethik und Moral im Yoga
Hier schreibt Patanjali über die Wichtigkeit dieses Klanges, der uns mit dem Ursprung unserer Seele verbinden kann.
1.27. तस्य वाचकः प्रणवः
tasya vācakaḥ praṇavaḥ
tasya = Sein, Dessen
vâchakah = Bezeichner, Anzeiger, Wortsymbol
pranavah = OM, der Urlaut, wörtl. das Prächtig neue/frische.
“Er manifestiert sich in dem Laut Om.”
oder
“Pranava ist ein Symbol für Ishvara.”
Es gibt unterschiedliche Ideen darüber, wie das Universum entstanden ist. In der Indischen Philosophie ist es zumeist folgende Theorie: Am Anfang gab es nur das reine, absolute, unbewegte, unmanifeste Bewusstsein, jenseits von Raum und Zeit. Dies können wir auch als “das Göttliche” Bezeichnen. Dann gab es dort heraus die Urschwingung, den “Spandana”, eine erste Vibration aus dem reinen Bewusstsein heraus. Dieses war der Klang an sich, der wie der laut “Om” ist. Aus diesem Klang heraus hat sich dann nach und nach alles verdichtet und das Universum oder die Welt der Erscheinungen ist entstanden. Das Om ist also die erste Manifestierung aus dem Absoluten heraus. So wie es auch im Evangelium des Johannes heißt: “Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott.” Auch die Physik sagt inzwischen, dass für das Universum vielmehr die Schwingung als die Materie entscheidend ist. “Nada Brahma” heißt es im Yoga: Die Welt ist Klang. Und so können wir uns durch den Klang des Om mit unserer wahren Natur verbinden. Om ist die erste Manifestation von Brahman, und da es eine Form hat, steht es für Ishwara- Gott mit Eigenschaften.
1.28. तज्जपः तदर्थभावनम्
taj-japaḥ tad-artha-bhāvanam
Tat = des (Pranava)
japaḥ = ständige Wiederholung
artha = Bedeutung, Inhalt, Sinn
bhâvanam = mit Gefühl, Hingabe, Versenkung
“Wiederholung voller Demut und Bewusstwerdung der Bedeutung von OM führt zu Ishwara.”
oder
“Hingebungsvolle Wiederholung von OM Sinnhaftigkeit lässt Ishwara Erfahren.”
Das Om ist also ein Instrument durch das wir das Göttliche erfahren können. Bzw. Klangschwingungen können uns zu einer tiefen Erfahrung bringen. Je reiner sie sind, desto tiefer die Erfahrung. Patanjali gibt also hier eine knappe und einfache Meditationsanleitung. Er verspricht uns, dass sie zum Erfolg führt. Wir müssen nur immer wieder hingebungsvoll den Laut “Om” im Geiste wiederholen, und uns über dessen Bedeutung bewusst sein. Dann werden wir uns nach und nach in das Göttliche Versenken. Drei Begriffe nennt er hier die dafür von Nöten sind: Ständige Wiederholung, Bewusstsein über die Bedeutung und ein Gefühl der Hingabe. Das Om wird auch Bezeichnet als “Sabda Brahman”, der “Klang Gottes” oder “der Urlaut”.
Der Sound von Klangschalen ähnelt der Schwingung des Om-Lautes sehr, ich kann nur jedem empfehlen mal eine Sitzung mit Klangschalen zu Besuchen. Es wird sicher zu einer tiefen Erfahrung von Verbundenheit und Liebe führen. Einfach weil der Klang den ganzen Energiekörper in Schwingung versetzt, so auch der Klang des Om. Im Alltag kann man sich immer wieder auf den Atem fokussieren und an den Pranava denken, den Klang des Om.
1.29. ततः प्रत्यक्चेतनाधिगमोऽप्यन्तरायाभवश्च
tataḥ pratyak-cetana-adhigamo-’py-antarāya-abhavaś-ca
tatah = von ihr, daraus, aus dieser Praxis
pratyak = Nach innen wenden, der Innere
chetanâ = Bewußtsein, der Erkennende, das wahre Selbst
adhigamo = Erreichen, Offenbaren, sich Zeigen
api = auch
antarâyâ = Hindernisse, das Zwischenwirkende
abhâva = Abwesenheit, Verschwinden, Auflösen
ca = und
“Dadurch offenbart sich der Erkennende und Hindernisse lösen sich auf.”
oder
“Durch sie ergibt sich das Selbst und die Beseitigung aller Hindernisse.”
Wenn wir also den Laut “Om” wiederholen, so wie Patanjali es empfohlen hat, also mit Hingabe und Bewusstsein über den Sinn, werden wir uns hin zu Gott in unserem Inneren Entwickeln. Wir werden mehr und mehr mit der Erfahrung des Selbst verschmelzen und die Hindernisse lösen sich auf. Yoga behauptet: unser wahres Selbst ist identisch mit Gott. Das was wir in Wirklichkeit sind, ist jenseits von Raum und Zeit, ohne Form und Eigenschaften. Es kann nur erfahren werden, wenn wir uns innerlich ganz von der Welt der Erscheinungen lösen. Das Selbst ist nur zu beschreiben durch “Sat-Chid-Ananda”, also Sein, Bewusstsein und wunschlose Freude. Durch die beschriebene Technik, lösen wir uns von allen Hindernissen, und können zum Erleben des höchsten Zustandes vordringen. Es offenbart sich das Selbst, welches der Erkennende, das Bewusstsein an sich, die Existenz und die höchste Wonne ist. Je mehr wir uns auf das Om als Symbol für Gott ausrichten, je mehr wir uns dem ganz hingeben, desto leichter lösen sich die Hindernisse auf und wir verschmelzen mit der Erfahrung der Einheit. Wir wissen dann, dass wir kein getrenntes Individuum sind, sondern eins mit dem Wahrgenommenem.
Soweit meine Kommentare zu den Versen 27 – 28 der Yoga Sutras des Weisen Patanjali.
In diesem Artikel findest du mehr über den Klang des Om.




Pingback: Raja Yoga Sutras. Eine Übersicht. | Naradas Transcendental Webspace.
Pingback: leather satchel
Pingback: ibhciupshuwen12
Pingback: szrctgfyfrseshgjgyftre
Pingback: uhnuybytcrdxexcyhbiknub
Pingback: getting rid of stretch marks at home
Pingback: test slides
Pingback: Louetta Dupar
Pingback: Chinese guzheng instrument
Pingback: social bookmarking sites
Pingback: Moe kash
Pingback: rubber sheet
Pingback: car loans bad credit
Pingback: silicone rubber sheet
Pingback: cheap electronic cigarette starter kits
Pingback: Look At This
Pingback: old english sheepdog puppies for sale
Pingback: https://mobile.twitter.com/Nurse_Aksu
Pingback: business development courses
Pingback: سعودي كول
Pingback: سعودي كول
Pingback: سعودي انحراف
Pingback: green label network
Pingback: materacefarko.pl
Pingback: chat nrj gratuit
Pingback: Buy GooglePlus Ones