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Indische Schriften und Rezitationen

Gayatri devanagari

Gayatri Mantra

Die Veden oder der Veda ist die älteste Schriftensammlung Indiens, und die ältesten Texte weltweit die heute noch verwendet werden. Die Inhalte wurden nicht verfasst, sondern von den alten Rishis (Sehern) gehört, und weiter vermittelt. Die Texte sind mindestens 3500Jahre alt, wahrscheinlich aber noch deutlich älter. Die Inder haben ein anderes Verständnis von Zeit und Geschichte. Es zählt nur der Moment und die Ewigkeit, so ist es für die westliche Geschichtsschreibung schwierig die Geschichte Indiens und die Einordnung der Ereignisse zu analysieren. Im Rigveda, dem ältesten Teil des Veda, wird eine Sonnenfinsternis und die gleichzeitige Sternenkonstellation beschrieben. Dieses Datum liegt etwa 5000Jahre zurück, es gilt aber nicht als Beweis für das Alter dieser Schriftensammlung.

Bekannte Mantras aus den Veden sind zB das Gayatri und das Asato Ma.

Im alten Indien wurden die heiligen Texte generell niemals aufgeschrieben, sondern mit größter Sorgfalt mündlich weiter gegeben. Der Rig-Veda umfasst beispielsweise 1028 Hymnen bzw. 10600 Verse in 10 Kapiteln, man benötigt etwa 7 Jahre um diesen Text auswendig zu lernen. Dazu gibt es seit Urzeiten verschiedenen Institutionen in ganz Indien in denen man lernen kann diese Texte zu rezitieren. Diese Art Wissen weiter zu geben ist von der UNO als Weltkulturerbe eingeordnet worden, und ist leider durch den Einfluss des westlichen Kapitalismus vom Aussterben bedroht. Bis etwa 500nChr wurden die Veden nicht aufgeschriebenen, und nur an “zweimal Geborene” (angehörige der oberen Kaste die in das Gayatri-Mantra eingeweiht sind) weiter gegeben. Auch heute noch betrachten orthodoxe Brahmanen das aufschreiben der heiligen Texte als Sakrileg.

Die vedischen Text sind für uns nur sehr schwer zu interpretieren. Für den modernen Menschen macht aus meiner Sicht nur Sinn sich mit den Upanishaden zu befassen. Diese beschäftigen sich mit Philosophie, vor allem dem Vedanta. Es gibt 4 Veden die jeweils in 4 Abschnitte eingeteilt sind. Die Abschnitte behandeln verschiedene Schwerpunkte. Die Upanishaden sind jeweils der letzte Teil, auch historisch sind sie erst viel später hinzu gekommen, etwa 800v und 500nChr. Upanishaden bedeutet “beim Lehrer sitzend” und es wird hier verklausuliertes geheimes Wissen vermittelt. Vedanta bedeutet “Ende der Veden” oder “Vollendung des Wissens”.

Vyasa Höhle

Vyasa oder Vedavyasa (Ordner der Veden) soll vor etwa 5000Jahren die Veden sortiert haben. Im Himalaya, in Badrinath gibt es eine Höhle in der er zum Teil gelebt und die Schriften verfasst haben soll. Historisch kann man aber sagen, dass der Veda in über 1000 Jahren gewachsen ist. Es gibt aber Menschen die behaupten, Vyasa habe ein so hohes Bewusstsein gehabt, dass er die Grenzen seines Körpers überwunden hat und viele Jahrhunderte gelebt hat.

Hier ein Textbeispiel aus einer von 108 offiziellen Upanishaden.

„Das Selbst ist wahrhaftig Brahman, aber aus Unwissenheit identifizieren es die Leute mit dem Verstand, dem Geist, den Sinnen, Leidenschaften und den Elementen Erde, Wasser, Luft, Raum und Feuer. Das ist der Grund, weshalb das Selbst aus diesem und jenem bestehen soll und überhaupt alles zu sein scheint. Wie ein Mensch handelt, so wird er im Leben. Jene, die Gutes tun, werden gut; jene, die Schaden verursachen, werden schlecht. Gute Taten machen einen rein; schlechte Taten machen einen unrein. Darum sagt man, dass wir sind, was unser Begehren ist. Wie unser Begehren ist, so ist unser Wille. Wie unser Wille ist, so sind unsere Handlungen. Wie wir handeln, so werden wir.“
– Brihadaranyaka-Upanishad, IV.4.5

Hier ist ein Text über die Upanishaden von Swami Sivananda.

Nun komme ich endlich zu dem, wesentwegen ich diesen Artikel erstelle, den klassischen Rezitationen.
Hier zunächst eine Rezitation des Purusha Suktam. Diese ist uralt und wird seit tausenden von Jahren in ganz Indien häufig rituell eingesetzt. Hier hört man wunderbar wie zwei personen auf exakt die selbe Weise den Text rezitieren. Purusha ist ein Name für Brahman, das alldurchdringende kosmische Bewusstsein. Hier ist ein Text zur Erklärung des Purusha Suktams von Swami Krishnananda.

Das Purusha Suktam
Purusha Suktam

Der wichtigste Text Indiens ist zweifelsohne die Bhagavad Gita. Sie gehört nciht zu den Veden, gilt aber als direkte Offenbarung der Wahrheit. Die Bhagavad Gita ist ein Dialog zwischen Arjuna und Krishna, einem Krieger und einer Inkarnation Gottes. In den 700 Versen wird der spirituelle Weg auf verschiedene Weisen beschrieben. Auch die Bhagavad Gita wird heute noch auswendig gelernt. Die Meisten Verse bestehen aus 32 Silben und werden in einer durchgehenden Melodie Rezitiert. Hier ein Text von Swami Krishnananda zur Bhagavad Gita.
Hier ein Beispiel einer klassischen Rezitation:

Bhagavad Gita Kapitel VI
BhagavadGita VI

Und hier ein Video mit Harilalji im Yoga-Vidya Satsang, einem Yogameister den ich sehr schätze.

Hier noch 3 Artikel die Thematisch dazu passen:

Badrinath
Vedanta
Mantras

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